Albrecht Dürer und seine Welt

Albrecht Dürer und seine Welt

Das Künstlergenie aus Nürnberg ist bis heute ein häufig vertretenes Thema in TV-Dokus, Büchern und der Wissenschaft. Doch wie wurde Albrecht Dürer eigentlich zu dem – auch von Zeitgenossen – viel beachteten Star der Renaissance? In Folge 60 haben wir uns den jungen Jahren Dürers in Basel und am Oberrhein angenommen. Im Folgenden findet ihr einige weiterführend Beiträge, die keinen Platz in der Podcast-Episode gefunden haben.

Ihr habt die Podcast-Folge noch nicht gehört? Kein Problem! Hier könnt ihr sie nachhören: Albrecht Dürer. Wanderjahre eines Genies

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Dürers erstes Selbstportrait

Die feinstrichige skizzenhafte Zeichnung ist mit einem Silberstift auf Papier hergestellt worden. Doch nicht nur die Technik und Präzision der Strichführung machen das Portrait besonders: Es ist zum einen das frühestes Portrait des Nürnberger Grafikers, das ihn mit gerade mal 13 Jahren zeigt.

Zum anderen begründet es eine Linie erfolgreicher Selbstvermarktung, denn Dürer stellt sich selbst immer wieder dar und das nicht nur zu Übungszwecken.

Auch für Werbezwecke malt er sich in späteren Jahren und zeigt so sein Können unter anderem, was die realistische Darstellung von wertvollem und damit auch statusträchtigem Pelz, teuren Stoffen und Schmuck.

Damit schafft er es sogar Kaiser Maximilian I. von sich zu überzeugen und schafft das wohl bekannteste Portrait, das wir von dem Habsburger haben.

 

Das mittelalterliche Basel in der Schedelschen Weltchronik

So ähnlich darf man sich Basel mit dem angeschlossenen Kleinbasel zur Zeit Dürers vorstellen. Vor allem in Kleinbasel waren die Drucker mit ihren Offizinen ansässig, ihren Räumlichkeiten mit 1 oder mehr Druckerpressen. So viele wie Anton Koberger in Nürnberg konnte allerdings keiner der Basler aufweisen, nicht einmal Johannes Amerbach. Dieser stellt auch die Verbindung zwischen dem Nürnberger, Albrecht Dürer, und der Stadt Basel dar: Als Freund und Geschäftspartner des Verlegers Koberger dürfte er den aufstrebenden Künstler für Portraits sowie Holzstiche und späteren Kupferstecher mit weiteren Basler Druckermeistern, Verlegern und Promotoren bekannt gemacht haben. Die abgebildete Darstellung des alten Basel hat ebenfalls eine Verbindung zum jungen Dürer: Ihr Auftraggeber, Dr. Hartmann Schedel, wohnte nicht nur in der gleichen Straße wie Dürer in Nürnberg, sondern beauftragte auch Dürers Meister, Mich(a)el Wolgemuth, mit einigen der Holzschnitte.

Revolution im Holzschnitt

Wir mögen zwar nicht mit Sicherheit wissen, welche Holzschnitte aus Basel der frühen 1490er Jahre tatsächlich von Dürers Hand stammen, dafür können wir allerdings relativ sicher behaupten, dass er die Holzschnittkunst auch in Basel stark beeinflusste.

Die zuvor oft groben Linien, fehlende Tiefenwirkung und eine sogenannte szenische Darstellung werden revolutioniert: Aus der Kupferstichkunst übernimmt Dürer die feinen Linien in das Medium aus Holz. Er ergänzt feine Strichelungen als Schattierungen (wie auch sein Meister Wolgemuth) und zeigt den Höhepunkt der Handlung, statt deren Abfolge.
 

Außerdem ist er sowohl Reißer als auch Formschneider zugleich und vereint somit zwei getrennte Berufe in einer Person. Er ist damit Künstler und Handwerker zugleich, bringt die Zeichnung vom Papier auf den Holzstock und bearbeitet ihn selbst, statt dies dem Formschneider zu überlassen. So liegt die Entscheidung für die Stärke der Linienführung bei ihm selbst.

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